Passstifte, Zapfen oder Magnete: 3D-gedruckte Teile richtig verbinden
Jede Naht eines geteilten Modells braucht zweierlei: etwas, das die Teile ausrichtet, und etwas, das sie zusammenhält. Hier der Vergleich der üblichen Verbindungen, mit Toleranzen und Magnettaschen-Maßen, die auf FDM-Druckern funktionieren.
Sechs Arten, gedruckte Teile zu verbinden
| Methode | Ausrichtung | Festigkeit | Lösbar | Ideal für |
|---|---|---|---|---|
| Separat gedruckte Passstifte | Sehr gut | Gut, wenn verklebt | Ja, wenn trocken gesteckt | Die meisten verklebten Baugruppen |
| Holzdübel oder Metallstab | Sehr gut | Sehr gut | Selten | Große Statuen, schwere Props |
| Angedruckte Zapfen | Gut | Mittel: Zapfen brechen zwischen Schichten | Ja | Kleine und mittlere Teile, nichts geht verloren |
| Magnete | Allein schwach | Gering bei Scherung | Ja | Teile, die zerlegbar bleiben sollen |
| Schwalbenschwanz, Nut und Feder | Gut in einer Richtung | Gut | Durch Schieben | Platten, Schilder, Gelände-Kacheln |
| Nur Kleber (stumpf) | Schlecht | Je nach Klebefläche | Nein | Wände, zu dünn für einen Verbinder |
Liegend gedruckte Passstifte sind stabiler als ein stehender Zapfen, der nur über wenige Schichten hält.
Welche Verbindung für welches Projekt
- Dauerhaftes Ausstellungsstück: gedruckte Passstifte oder Holzdübel plus Kleber. Die Stifte richten aus, der Kleber hält.
- Großes oder schweres Modell: Holzdübel oder eine Gewindestange durch mehrere Teile, in Epoxid eingeklebt.
- Muss zerlegbar bleiben: Magnete, am besten mit einem Stift oder Zapfen gegen Verrutschen, etwa für die Gesichtsplatte eines Helms oder ein Modell, das im Auto transportiert wird.
- Dünne Schalen (unter etwa 6 mm): Für eine Bohrung ist kein Platz. Stumpf verkleben und innen mit einem gedruckten Streifen oder Glasfasergewebe verstärken (siehe Teile kleben und Nahtstellen verspachteln).
Toleranz: immer zuerst einen Test drucken
Beim FDM-Druck sind 0,1 bis 0,3 mm Spiel pro Seite üblich: etwa 0,15 mm bei PLA, 0,2 mm bei PETG, ABS und ASA, weniger bei Resin. Es hängt auch von der Flusskalibrierung und der Lochrichtung ab: Senkrechte Löcher bleiben rund, waagerechte hängen oben durch.
- Drucken Sie einen Toleranztest mit Ihrem Material und Ihren Einstellungen, zum Beispiel mit dem kostenlosen Toleranztest-Generator.
- Für verklebte Verbindungen wählen Sie das Spiel, bei dem der Stift mit leichtem Druck hineingeht, denn Kleber braucht Platz. Für trockene Verbindungen nehmen Sie die strammere Passung.
- Machen Sie jeden Stift etwa 0,5 mm kürzer als beide Löcher zusammen, damit er die Naht nie offen hält.
- Entfernen Sie den Elefantenfuß an Schnittflächen, die auf dem Druckbett lagen.
Im SplitSTL-Editor stellen Sie das Spiel einmal für alle Löcher ein, und der Export enthält ein Passungsmuster: Block 2 nutzt Ihr Spiel, Block 1 ist 0,05 mm enger, Block 3 0,05 mm weiter.
Magnetgrößen und Maße der Magnettaschen
Neodym-Scheibenmagnete werden als Durchmesser × Dicke in Millimetern verkauft. Die Tasche sollte 0,1 bis 0,2 mm weiter und etwa 0,2 mm tiefer sein als der Magnet, damit er knapp unter der Oberfläche sitzt und die Naht nicht offen hält.
| Magnet (Ø × Dicke) | Taschen-Ø | Taschentiefe | Mindestwand rundum | Typische Verwendung |
|---|---|---|---|---|
| 5 × 2 mm | 5,1–5,2 mm | 2,2 mm | 1,5 mm | Miniaturen, kleine Deckel |
| 6 × 2 mm | 6,1–6,2 mm | 2,2 mm | 1,8 mm | Figurensockel, kleine Teile |
| 6 × 3 mm | 6,1–6,2 mm | 3,2 mm | 1,8 mm | Kleine Teile, etwas mehr Haltekraft |
| 8 × 3 mm | 8,1–8,2 mm | 3,2 mm | 2,4 mm | Helm- und Rüstungsteile |
| 10 × 3 mm | 10,1–10,2 mm | 3,2 mm | 3 mm | Mittelgroße Props, Paneele |
| 12 × 3 mm | 12,1–12,2 mm | 3,2 mm | 3,6 mm | Große abnehmbare Segmente |
Lassen Sie mindestens 1 mm Kunststoff unter der Tasche, damit sie sich nicht abzeichnet. Zwei kleine, auseinanderliegende Magnete halten gegen Verdrehen besser als ein großer, und die Haftkraft sinkt schnell mit dem Abstand: Schon dicker Lack zwischen den Magneten schwächt die Verbindung.
Magnete mit der richtigen Polarität einkleben
Ein falsch herum eingeklebter Magnet stößt sein Gegenstück ab, und meist merkt man es erst, wenn der Kleber fest ist. Markieren Sie die Magnete deshalb vorher:
- Stapeln Sie alle Magnete zu einer einzigen Säule. Sie richten sich von selbst aus.
- Markieren Sie die Oberseite jedes Magneten mit einem Permanentmarker, bevor Sie ihn abnehmen. Alle markierten Seiten haben jetzt denselben Pol.
- Kleben Sie die Magnete im einen Teil mit der Markierung nach außen ein, im Gegenstück mit der Markierung nach innen.
- Prüfen Sie jedes Paar mit einem losen Magneten, bevor der Kleber anzieht.
Sekundenkleber zieht in Sekunden an und reicht in stramm sitzenden Taschen, haftet auf der Vernickelung aber spröde: Nach einem Sturz kann ein Magnet herausspringen. 2K-Epoxid füllt Spalten, verträgt Stöße besser und lässt Zeit, einen verdrehten Magneten umzudrehen; nehmen Sie es für getragene oder oft bewegte Teile. Drücken Sie Magnete nie mit dem Lötkolben ein: Gängige Neodym-Sorten verlieren oberhalb von etwa 80 °C an Kraft.
Häufige Fragen
Wie viel Spiel brauchen gedruckte Passstifte?
Beginnen Sie mit etwa 0,15 mm pro Seite bei PLA und 0,2 mm bei PETG, ABS oder ASA und drucken Sie dann einen Toleranztest. Verklebte Verbindungen brauchen etwas mehr Spiel als trockene.
Halten Magnete die Teile allein zusammen?
Sie ziehen die Teile gut zusammen, halten aber schlecht gegen Verschieben. Für Ausstellungsstücke reicht das oft; für Teile, die man anfasst, ergänzen Sie einen Stift, einen Zapfen oder mehrere verteilte Magnete.
Sekundenkleber oder Epoxid für Magnete?
Sekundenkleber genügt in engen Taschen bei Teilen, die nur stehen. Epoxid ist für getragene oder oft bewegte Teile die sicherere Wahl, weil es Spalten füllt und Stöße besser verträgt.
Fügt SplitSTL die Verbinder automatisch hinzu?
Ja. Sie wählen separate Passstifte mit passenden Löchern, angedruckte Zapfen oder Magnettaschen, stellen Durchmesser und Spiel ein, und jeder Schnitt erhält sie. Die Teilenummer wird auf die Schnittflächen graviert.